Im ersten Buch Samuel erfahren wir von den ersten Herrschern Israels. Es ist ein sehr spannendes Buch, das uns neben den unterhaltsamen Erzählungen vor allem auch eine vergleichende Charakterstudie liefert.
Zu Beginn eröffnen sich in einem Gedicht von Samuels Mutter Hannah die Schlüsselthemen des Buches, die sich durch die gesamte Geschichte ziehen: Gott missbilligt Stolz und Übermut, er belohnt Demut und Treue und verheißt, trotz menschlicher Bosheit, einen messianischen König.
Die Israeliten fordern von ihrem prophetischen Anführer Samuel einen Herrscher und so wird Saul der erste König Israels. Auf den ersten Blick ein geeigneter Kandidat, denn er ist groß, gutaussehend und stark. Doch er ist leider auch unehrlich, wankelmütig und stolz, was ihn als Herrscher des auserwählten Volkes zum Scheitern verurteilt. Im Gegensatz dazu steht der demütige Hirtenjunge David, der auf Gott vertraut und für seinen guten Charakter von Gott geführt und gesegnet wird.
Die beiden Figuren stehen im Verlauf der Geschichte in einem starken Kontrast zueinander und werden vom Autor so realistisch dargestellt, dass man sich als Leser in ihnen wiederfinden kann. Sauls Charakterschwächen sind wie eine Warnung, sein Schicksal nicht zu unserem eigenen werden zu lassen. Dagegen dient David als Beispiel für Geduld und Vertrauen in Gottes Plan für unser Leben.