Ich bin ein neuer Mensch? – Was ist die Verbindung zwischen Menschen und Geistwesen?

Was ist die Verbindung zwischen dir und den Geistwesen? Im Grunde geht es um Folgendes: In seinem Leben, seinem Tod und seiner Auferstehung eröffnete Jesus einen Weg für uns, eine neue Art Mensch zu werden.

Was bedeutet es, ein neuer Mensch zu sein?

 

Die Bibel ist voller unterschiedlicher Geistwesen, auf die wir beim Lesen stoßen. Wir finden dort natürlich Gott, zusammen mit den Himmelsheeren, einem göttlichen Rat aus Geistwesen, die auch die Engel, Cherubim und sogar das mysteriöse Wesen – den Engel des Herrn – umfassen. Es gibt auch Einblicke in die kosmischen Gegenspieler Gottes, inklusive einem dunklen Wesen, das manchmal als „der Satan“ bezeichnet wird. Das letzte Wesen, auf das wir uns konzentrieren wollen, kommt jetzt vielleicht unerwartet:

Denn das bist du.

Was ist die Verbindung zwischen dir und den Geistwesen? Im Grunde geht es um Folgendes: In seinem Leben, seinem Tod und seiner Auferstehung eröffnete Jesus einen Weg für uns, eine neue Art Mensch zu werden. Das neue Leben, das er zur Verfügung stellt, stellt die ursprüngliche Berufung der Menschheit wieder her; nämlich Himmel und Erde zu bewohnen, Gottes Schöpfung mit ihm zusammen zu beherrschen, und für immer zu leben – genau wie die anderen Geistwesen, die wir uns in dieser Serie angeschaut haben.

Frage #1: BibleProject hat Adam als „den Menschen“ und Jesus als „den neuen Menschen“ bezeichnet. Was ist damit gemeint? Inwiefern sind Adam und Jesus gleich und doch unterschiedlich?

 

Die Bibel ist eine Geschichte von zwei Menschheiten. Paulus spricht davon, dass durch Adam der Tod in diese Welt gekommen ist (in Hebräisch bedeutet „adam“ „Mensch“), und dass durch Jesus die Menschheit von der Folge von Adams Entscheidung befreit wurde. Am Anfang war Adam ein königlicher Stellvertreter des Menscheitsgeschlecht, von Anfang an eine Art „geistliches“ Wesen. Gottes Plan war es, zusammen mit der Menschheit partnerschaftlich über seine Schöpfung zu herrschen. Aber Adam büßte diese Position ein, als er beschloss, Gut und Böse für sich selbst zu definieren. Die Entscheidung übertrug sich auf seine Nachkommen. Durch Jesus, dem zweiten Adam, überträgt sich die Gnade auf seine Nachfolger.

Die Verfasser der Evangelien versuchten, ihren Lesern dieses Bild vor Augen zu führen. Sie fügten stellenweise auffällige Ähnlichkeiten und Unterschiede zwischen Adam und Jesus in ihre Berichte ein. Nehmen wir zum Beispiel die Versuchung Jesu in der Wüste:

Der unmittelbare Unterschied ist offensichtlich: Adam scheitert an der Versuchung; Jesus überfindet den Versucher.

Jesus wird vom Geist Gottes in die Wüste „hinausgetrieben“, so wie Adam und Eva aus dem Garten Eden vertrieben wurden. Dabei wird Jesus nicht aufgrund einer selbst begangenen Sünde verbannt, sondern um sich den Mächten des Bösen entgegenzustellen, die die ersten Menschen in Versuchung führten.

In Genesis 3 überlistet die Schlange Adam und Eva, von der Frucht zu essen, da es sie „weise“ machen würde. Aber Jesus ist schon erfüllt von Gottes Weisheit und setzt sie gegen seinen Gegenspieler ein, indem er die Worte aus Deuteronomium zitiert.

Die Parallelen lassen sich fortführen, aber der Punkt ist folgender: Jesus, der wahre königliche Stellvertreter, gehorchte Gott. Und in seinem Gehorsam begann er, die Trümmer aus Adams Entscheidung zu beseitigen und die Herrschaft des Todes zu beenden, die seit Adam an der Macht war. Jesus schenkte und schenkt jedem, der sich auf seine neue Art des Menschseins einlässt, das Leben und die Herrschaft der Gerechtigkeit.

Frage #2: Die neue Menschheit zu werden bedeutet, Jesus ähnlicher zu werden, richtig? Aber wenn ich den Ausdruck „wie Jesus werden“ höre, hat das immer etwas mit Moral zu tun und damit, das Richtige zu tun. Geht es bei der neuen Menschheit darum oder um etwas anderes?

Jesus eröffnete einen neuen Weg, Mensch zu sein – seinen Weg. In gewissem Sinne ist der neue Weg der alte Weg. In Jesus sehen wir die Menschheit so, wie sie immer sein sollte – ein Spiegelbild der göttlichen Güte und Macht; sein Ebenbild auf Erden.

Also ja; wie Jesus zu werden handelt von Moral und einem verwandelten Leben. Aber diese Veränderung kann nicht nur auf Moral reduziert werden. Das eigene Verhalten ist die Frucht dieser Veränderung, und nicht der ganze Baum. Damit soll allerdings nicht die moralische Veränderung heruntergespielt werden – ein anders gelebtes Leben und eine veränderte Gesellschaft sind genau die Auswirkungen, die Jesu Macht in seinem Volk hervorruft.

Die Folge dieser Veränderung ist zwangsläufig moralische Schönheit. Aber die Idee vom Ebenbild Gottes ist so viel reichhaltiger als einfach nur das Richtige zu tun. Es bedeutet, in Partnerschaft mit Gott über die Schöpfung zu herrschen, immer mehr seiner göttlichen Macht und Weisheit zu verkörpern, sich den Mächten den Bösen entgegenzustellen, die sich gegen Gottes Herrschaft richten, und Gottes wunderschöne Schöpfung zu beschützen und zu ordnen. Wie kann das im täglichen Leben aussehen? Einen Garten zu pflanzen, einen jungen Menschen auszubilden, einen Freund zu ermutigen, ein Unternehmen zu gründen, oder zum Mond zu fliegen!

Frage #3: Jetzt habe ich es verstanden. Jesus will uns in „neue Menschen“ verwandeln. Aber wenn ich mich umschaue, scheint es noch so viel „alte Menschheit“ zu geben. Wie kann ich mit der Spannung zwischen „neuer“ und „alter Menschheit“ leben?

 

Unsere Erfahrungen aus dem Alltag stimmen mit der Bibel überein: In der Welt läuft etwas schief. Aber laut der Bibel läuft auch etwas richtig, weil Gott sich für seine Schöpfung und sein Volk einsetzt. Jesus waren Schmerzen und das Böse nicht fremd. Obwohl er ohne Sünde war, fühlte er die Versuchung, erlebte die Schwäche seines menschlichen Körpers und hatte Momente, in denen er wütend, ängstlich oder traurig war. Die Mächte des Bösen stellten sich ihm entgegen – bis in den Tod. Und trotz dieser Herausforderungen übte er während seiner Zeit auf der Erde seine Herrschaft aus. Er stellte sich den bösen Mächten entgegen und wehrte sich gegen ihre verhängnisvolle Rebellion. Er heilte Menschen, gab ihnen zu essen, lehrte sie und kümmerte sich um die Folgen der Sünde bei allen, denen er begegnete, und korrigierte diese Folgen. Überall, wo er hinkam, führte er die Menschen zu einer neuen Art, Mensch zu sein, indem er die Herrschaft Gottes herbeiführte und Gottes Ebenbild in den Menschen wiederherstellte, die seine Nähe suchten. Bei uns ist das nicht anders. Wir stehen vor denselben Herausforderungen und machen dieselbe Verwandlung durch, die Jesus vollzog. Wir spüren noch immer die Sünde und das Böse in uns und um uns herum; und stellen uns ihnen. Wir trauern und sind zerbrochen angesichts der Zerbrochenheit um uns. Aber genau wie Jesus tragen wir Gottes Ebenbild in uns und können seine Herrschaft überall zur Geltung bringen, wo wir hingehen. Das ist der Grundgedanke.

Eines Tages wird diese ganze Veränderung ein für alle Mal vollendet sein. Aber das heißt nicht, dass sie schon im Gange ist. Wenn du Jesus nachfolgst, spielst du eine wichtige Rolle. Gottes Volk leidet und kämpft, um die Welt in Ordnung zu bringen, Gottes Herrlichkeit wird sichtbar und die Welt wird verändert – so wie bei Jesus.

Original von Andy Patton
Übersetzung von Julia Pfeifer

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