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Was sagt die Bibel eigentlich über die Gemeinschaft unter Christen?

Die Herausforderung, in Gemeinschaft zu teilen

13. Mai 2026
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Inhaltsverzeichnis

Stell dir einen großen Tisch vor, der für 20 Gäste gedeckt ist und auf dem ein leckeres Essen wartet. Der Gastgeber hat dich und alle anderen Gäste gebeten, ein Gericht mitzubringen. Was auch immer auf diesem großen Tisch serviert wird, hängt davon ab, ob die Gäste sparsam oder großzügig sind. Würdest du dein bestes Gericht vorbereiten und mitbringen oder in letzter Minute etwas aus dem Laden holen? Würdest du vorher viel essen, nur für den Fall, dass alle anderen Reste mitbringen? Was würdest du mitbringen? Und was würdest du dir wünschen, dass die anderen mitbringen?

Als ich klein war, ging meine Familie zu Potlucks in der Gemeinde, die in einem Raum namens „Fellowship Hall” stattfanden. Dort sah ich zum ersten Mal, wie eine christliche Gemeinschaft teilt. Ich verband es mit Jans selbstgebackenen Keksen, Plastikgabeln und fragwürdigen Aufläufen. Seitdem habe ich gelernt, dass Potlucks nicht alles sind, was Gemeinschaft ausmacht. Aber sie sind eine hilfreiche Analogie für diesen Begriff. Wie das? Beginnen wir mit dem Wort „Gemeinschaft” und überlegen wir, was es in der Bibel eigentlich bedeutet. Was ist der Sinn von Gemeinschaft? Und ist sie wirklich so wichtig?

Was genau ist Gemeinschaft?

Gemeinschaft ist das gemeinsame Miteinander in einer Gruppe. Das griechische Wort dafür ist „koinonia“ und wird meistens mit Teilen oder Gemeinschaft übersetzt.

Schauen wir uns mal an, wie „koinonia” und ein ähnliches Wort, „koinos”, in Apostelgeschichte 2,38-47 verwendet werden. Wenn wir uns den literarischen Aufbau anschauen, können wir sehen, wie der Autor Lukas vier Andachtspraktiken der Gemeinde aufzählt, bevor er jede einzelne genauer beschreibt.

Lukas sagt uns also, dass die Gemeinde sich der gemeinsamen Teilhabe aller Mitglieder widmen sollte. Und dann erklärt er, dass die Mitglieder der Gemeinde „alles gemeinsam haben“ sollen (Apostelgeschichte 2,44). Mit anderen Worten: Das Engagement der Mitglieder, ihr Leben miteinander zu teilen, ist greifbar und erfordert Handeln. Sie opfern sich auf, um alle ihre Ressourcen – ihren Raum, ihre Zeit und ihre Sachen – mit jedem in ihrer Gemeinschaft zu teilen, der in Not ist (Apostelgeschichte 2,45).

Apostelgeschichte 2,38-47
38 „Ändert eure Einstellung“, erwiderte Petrus, „und lasst euch auf die Vergebung eurer Sünden hin im Namen von Jesus, dem Messias, taufen! Dann werdet ihr als Gabe ‹Gottes› den Heiligen Geist bekommen. 39 Denn diese Zusage gilt euch und euren Kindern und allen, die jetzt noch weit weg sind. Sie gilt allen, die der Herr, unser Gott, noch hinzurufen wird.“ 40 Er redete ihnen lange eindringlich zu und ermahnte sie: „Lasst euch aus dieser schuldbeladenen Generation herausretten!“ 41 Alle nun, die seine Botschaft bereitwillig annahmen, wurden getauft. Etwa 3000 Personen kamen an jenem Tag dazu:
42 Sie hielten beharrlich
A an der Lehre der Apostel fest,
B an der geschwisterlichen Gemeinschaft (koinonias),
C am Brechen des Brotes
D und an den gemeinsamen Gebeten.
A 43 Jeden Einzelnen ergriff eine tiefe Ehrfurcht vor Gott, und durch die Apostel geschahen viele Wunder und außergewöhnliche Zeichen. 
B 44 Alle Gläubiggewordenen aber bildeten eine Gemeinschaft und hatten alles gemeinsam (koinos). 45 Wer ein Grundstück oder anderen Besitz hatte, verkaufte es und verteilte den Erlös an die Bedürftigen. 
C 46 Tag für Tag waren sie einmütig im Tempel zusammen, trafen sich in ihren Häusern zum Brechen des Brotes und zu gemeinsamen Mahlzeiten. Alles geschah mit großer Freude und aufrichtiger Herzlichkeit. 
D 47 Sie lobten Gott und waren im ganzen Volk angesehen.
Und der Herr führte täglich Menschen zu ihnen, die gerettet wurden.

Das ist heftig. Sicherlich war das ein einzigartiges Ereignis, das genau diesen Moment in der frühen Gemeinde beschreibt, oder? Nun, tatsächlich ist das nicht das einzige Mal, dass wir dieses Wort in dieser Bedeutung lesen. Wenn wir die Bedeutung von koinonia im ganzen Neuen Testament betrachten, sehen wir Kontexte, die den Lebensstil der Gemeinde sowohl beschreiben als auch vorschreiben.

Gemeinschaft und Teilhabe

Die Gemeinde lebt Koinonia, wenn sie hilft, Armut in ihren Gemeinden zu lindern (Römer 15,26), wenn sie andere finanziell unterstützt und sich darauf konzentriert, die gute Nachricht von Gottes Königreich zu verbreiten (2. Korinther 8,4), und wenn sie großzügig ihre Ressourcen teilt (2. Korinther 9,11-13; Hebräer 13,16).

Aber das ist noch nicht alles.

Das Teilen praktischer Ressourcen ist zwar ein wichtiger Teil von Gemeinschaft, aber es kann nicht ohne die Gemeinschaft mit Gott geschehen. Alles kommt von einer liebevollen Koinonia mit dem Vater, dem Sohn und dem Heiligen Geist (1. Korinther 1,9; 2. Korinther 13,13; Philipper 2,1; Philipper 3,10; 1. Johannes 1,3; ), die sich auf die Koinonia untereinander ausweitet (Epheser 3,9-10). Insgesamt beginnt die Grundlage unserer Gemeinschaft damit, dass wir in die Gemeinschaft eintreten, die schon lange vor uns existierte.

Was ist die Basis für Gemeinschaft?

Gott selbst hat vollkommene Gemeinschaft in sich. Der Vater, der Sohn und der Heilige Geist sind in einer ewigen Beziehung und zeigen sich immer gegenseitig selbstlose Liebe (Johannes 17,3-5). Diese Gemeinschaft ist die Essenz des Himmels – voller Freude, Großzügigkeit und Frieden.

Vor der Schöpfung, wie wir sie kennen, war diese gegenseitige und liebevolle Teilhabe Gottes Realität. Und er hat sich entschieden, sie mit den Menschen zu teilen. Er schuf die Menschen nach seinem Ebenbild, damit wir an seiner ewigen, selbstlosen Gemeinschaft teilhaben und mit ihm zusammenarbeiten können, um sie mit der gesamten Schöpfung zu teilen (z. B. Genesis 1,27-28). Wie kann die Menschheit also auf Gottes Einladung zur gemeinsamen Partnerschaft reagieren?

Zwei Arten, wie wir auf Gottes Einladung zur Gemeinschaft reagieren

Da wir Menschen nach dem Ebenbild eines Gottes geschaffen sind, der teilt, wie könnten wir uns anders verhalten, als auch zu teilen? Es gibt zwei Arten des Teilens. Erinnere dich an das ähnliche Wort zu „Koinonia” in Apostelgeschichte 2,44 „koinos”, übersetzt mit „gemeinsam”. Es kommt im gesamten Neuen Testament vor, um sowohl negative (unreine, beschmutzte) als auch positive (anerkannte, heilige) Arten des Teilens zu beschreiben. Wir wurden geschaffen, um zu teilen. Aber es ist auch wichtig, wie wir teilen. Dieser Gedanke wird in der Bibel öfter wiederholt.

Die erste Art und Weise, wie Menschen auf Gottes geteiltes Leben reagieren können, besteht darin, bereitwillig Ressourcen zu teilen, damit jeder genug hat. Diese Lebensweise führt zur Ganzheitlichkeit der gesamten Gemeinschaft. Das ist gut. Aber Menschen können das Gute auch nach ihrer eigenen Weisheit definieren, indem sie Dinge zu ihrem eigenen Vorteil nehmen und konsumieren, und dann ihre Strategien zum selbst Profilieren mit anderen teilen. Dieser zweite Weg zerstört die gemeinsame Teilhabe an Beziehungen und führt zu Misstrauen, Scham und Schuldzuweisungen (z. B. Genesis 3,1-13). Adam und Eva wählten den zerstörerischen Weg, und die ganze Welt ächzt noch heute unter den Folgen (z. B. Römer 8,22). Aber Gott hielt an seiner ersten Wahl fest und blieb entschlossen, der Menschheit das Geschenk der gemeinsamen Beziehung zu geben, die er selbst immer geschätzt hat. Um seine Gemeinschaft mit der Menschheit wiederherzustellen, schickte der Vater seinen Sohn, um die Schuld auf sich zu nehmen, die Sünde zu begraben und uns durch seinen Geist wieder in Beziehung zu ihm und zueinander zu bringen. Wir sind nun eingeladen, ihm mit allem, was wir haben, zu vertrauen. Das führt dazu, dass wir die Gemeinschaft mit Gottes Familie genießen und miteinander teilen können, wann immer es nötig ist. Aber diese Einladung verlangt von uns auch, darauf zu vertrauen, dass Gott mehr als genug für alle bereitgestellt hat, und das ist nicht einfach.

Gemeinschaft und Vertrauen

Manchmal sieht es so aus, als würde es nicht genug geben – die Speisekammer ist leer und unsere Liebsten sind hungrig. Was dann? Überraschenderweise lesen wir in der Bibel, dass, wenn Jesus und seinen Leuten „nicht genug“ gegeben wird, aus Mangel Überfluss werden kann (z. B. 1 Könige 17,11-15; Matthäus 14,15-21; Lukas 6,38; Philipper 4,12-20). Wow! Die letzte Portion weggeben und darauf vertrauen, dass es mehr als genug für mich und alle anderen geben wird?

Wenn wir Angst haben, nicht genug zu haben, ist es unser Instinkt, unseren Raum, unsere Zeit und unsere Sachen zu horten, um zu überleben. Aber genau diese Angst führt letztlich dazu, dass ein ganzes System entsteht und genährt wird, das auf wahrgenommener Knappheit basiert und zu noch weniger führt. Es ist nicht einfach, unserer instinktiven Angst und der Neigung zu widerstehen, eher zu nehmen als zu geben – aber es ist möglich. Wir können lernen, der Wahrheit zu vertrauen, die in der Bibel erklärt wird, dass Gott seinen Kindern uneingeschränkten Zugang zu allem Guten gegeben hat (z. B. Psalm 84,10-12; Lukas 15,31) und dass das, was wir geben, letztlich nicht mit dem zu vergleichen ist, was wir bekommen (z. B. Matthäus 16,24-26; Apostelgeschichte 20,35; Römer 8,17-18).

Unser Selbsterhaltungstrieb ist stark, aber unsere Identität als Ebenbilder Gottes ist stärker. Wir wurden von einem Gott geschaffen, der reichlich gegeben hat und weiterhin reichlich gibt. König Jesus teilte wie ein Diener, weil er wusste und darauf vertraute, was er mit dem Vater und dem Heiligen Geist hatte (z. B. Johannes 13,3-4). Er hat uns zu derselben Großzügigkeit berufen und uns durch die Beziehung zum Vater und zum Heiligen Geist dazu befähigt. Wie werden wir ihm heute antworten?

Warum ist Gemeinschaft für Gott so wichtig?

Gott will, dass wir die großzügige Gemeinschaft, die er als Vater, Sohn und Heiliger Geist hat, annehmen und widerspiegeln. Das ist Gottes Mission – die Schöpfung mit sich selbst und die Menschen untereinander zu vereinen. Wenn Gottes Mission erfüllt ist, werden immer mehr die Freude, Großzügigkeit und der Friede des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes auf der Erde sichtbar.

Und ist es nicht das, was wir alle wollen? Beziehungen, die so echt, großzügig und sicher sind, dass wir keine Angst haben müssen? Wo echte Liebe zwischen allen Menschen geteilt wird und wir nicht mehr von Einsamkeit, Ablehnung, Verrat und Gewalt bedroht sind? Das ist die Art von Gemeinschaft, die Gott sich mit uns wünscht, und er hat uns nach seinem Vorbild geschaffen. Unsere Freude ist am größten und vollkommensten in der liebevollen Gemeinschaft, die der Vater, der Sohn und der Heilige Geist genießen (Johannes 15,10-12; 1. Johannes 1,3-4). Aber um wirklich Freude zu erleben, sind wir eingeladen, Gott zu vertrauen, während wir uns dafür einsetzen, unser Leben und unsere Ressourcen in echter Gemeinschaft zu teilen. Wenn wir das tun, haben wir schon auf der Erde Anteil am Himmel.

Wenn wir unsere Zeit der Familie Gottes widmen, bekommen wir alle einen Vorgeschmack auf die Ewigkeit. Jedes Mal, wenn wir uns emotional für andere einsetzen, können wir alle Gottes Liebe und Hingabe für uns spüren. Wenn wir unsere begrenzten Ressourcen großzügig teilen, können alle Gottes unbegrenzte Ressourcen erleben. Wir wurden nach dem Ebenbild eines Gottes geschaffen, der seit jeher die Fülle der geteilten Gemeinschaft kennt. Sein Spiegelbild kann auf der Erde gesehen werden, genau wie im Himmel, wenn wir alles teilen, was wir haben.

Fazit

Stell dir jetzt noch einmal diesen großen Tisch vor. Der Vater, der Sohn und der Heilige Geist haben dich eingeladen. Du bist dort mit allen, die diese Einladung annehmen. Es ist ein Potluck. Gott hat sein Bestes gegeben und dich eingeladen, dich zu ihm zu gesellen. Was bringst du also mit? Und was hoffst du, dass andere mitbringen werden?

Im Original von BibleProject Scholar Team
Übersetzung von visiomedia Team