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Das erhöhte Horn aus Psalm 148

Biblische Erklärung zum „Horn der Erlösung“

29. Juli 2026
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Inhaltsverzeichnis

Psalm 148 ruft den ganzen Kosmos, alles im Himmel und auf der Erde, dazu auf, Gott zu preisen. Alle Geschöpfe Gottes sollen sich dem Chor anschließen, denn Gott hat sie alle erschaffen und erhält sie am Leben.

Im krönenden Abschluss von Psalm 148 sehen wir, dass Israel Gott preisen soll, weil er für sie ein Horn der Rettung erhöht hat.

Preist den Namen Jahwes!
Er erhöht das Horn seines Volkes.

Aber was hat es mit diesem Horn auf sich? Und warum erhöht Gott es?

Schauen wir es uns an!

Die Geschichte der Psalmen

Um die Bedeutung des Horns zu verstehen, müssen wir zunächst das Buch der Psalmen verstehen.

Das Buch der Psalmen ist eine umfangreiche Sammlung von Gedichten in der hebräischen Bibel. Jedes Gedicht wurde meisterhaft verfasst und so im Buch platziert, dass sich vom Anfang bis zum Ende eine zusammenhängende Geschichte ergibt.

Das Buch der Psalmen erzählt auf poetische Weise die gesamte biblische Geschichte nach.

Die 150 Gedichte sind in fünf große Abschnitte unterteilt.

Einleitung: Psalmen 1–2

Buch 1: Psalmen 3–41

Buch 2: Psalmen 42–72

Buch 3: Psalmen 73–89

Buch 4: Psalmen 90–106

Buch 5: Psalmen 107–145

Schluss: Psalmen 146–150

In den Psalmen 1 und 2 lesen wir eine Einleitung in die Geschichte; dort werden die Hauptthemen des gesamten Buches dargelegt. Außerdem finden wir hier einen Überblick über die biblische Handlung.

Psalm 1 zeichnet ein hoffnungsvolles Bild von einem aufrichtigen Menschen, der sich an Gottes Weisheit (d. h. der Tora oder „Unterweisung“) erfreut. Dieser Mensch wird mit dem Baum des Lebens verglichen, was an den Garten-Tempel auf den ersten Seiten von Genesis erinnert (Genesis 2,8–9). Dieser Mensch blüht ewig, weil er am Fluss des Lebens Gottes gepflanzt wurde.

Nach der törichten Rebellion der Menschheit gab Gott ein Versprechen. Ein zukünftiger Mensch, der Same der Frau, würde kommen, das Böse besiegen und die Welt wiederherstellen (Genesis 3,15).

Diese Geschichte geht in Psalm 2 weiter. Gott verspricht, dass ein König aus dem Geschlecht Davids kommen und „Sohn Gottes“ sowie „Messias“ genannt werden würde (Psalm 2,2; Psalm 2,7). Gott beauftragt diesen König, dem Bösen der Menschen Gerechtigkeit widerfahren zu lassen und Gottes Reich sowie den Frieden unter den Völkern wiederherzustellen.

Diese Themen werden in den fünf Abschnitten der Psalmen weiterentwickelt. Die ersten beiden Abschnitte beleuchten die komplizierte Geschichte Davids und seiner Königsfamilie. Der dritte Abschnitt konzentriert sich auf die Tragödie von Israels Exil und den Untergang von Davids Königsgeschlecht. Doch der vierte und fünfte Abschnitt entfachen erneut die Hoffnung auf den Messias, einen neuen Tempel und Gottes Königreich jenseits des Exils. Schließlich endet das Buch mit einem fünfteiligen Schluss, der Gott für seine Treue preist.

Und genau hier finden wir Psalm 148.

Genesis und der Aufbau von Psalm 148

Psalm 148 steht in der Mitte des aus fünf Psalmen bestehenden Schlussteils des Buches.

Dieser Schlussteil wird auch als „Das abschließende Lob“ bezeichnet, da jeder der fünf Psalmen auf dieselbe Weise beginnt und endet: „Preist Jahwe“ oder auch „Halleluja“.

Diese Zeile wird normalerweise mit „Lobt den Herrn“ übersetzt, aber im Hebräischen lautet sie „Hallelu-Ja“, was „Lobt Jah“ bedeutet (Abkürzung für Jahwe). Heutzutage ist es üblich, dass Menschen „Halleluja“ sagen, um Gott zu preisen. Aber im Hebräischen ist „Halleluja“ nicht etwas, das man zu Gott sagt; vielmehr ist es das, was man zu anderen Menschen sagt, wenn man sie einlädt, Gott zu preisen. Es geht um den Aufruf, nicht um den Inhalt des Lobes.

Und in Psalm 148 ruft der Psalmist alle Geschöpfe in zwei verschiedenen Bereichen dazu auf, Jahwe zu preisen: den Bereich des Himmels und den Bereich der Erde und alles, was sie erfüllt.

Die Formulierungen „Himmel“ und „Erde“ kommen dir vielleicht bekannt vor. Schau dir den Aufbau von Psalm 148 unten an.

BC127 Psalm 148 1

Der Psalmist ruft den Himmel und seine Bewohner zum Lobpreis auf (Verse 2–6), ebenso die Erde und ihre Bewohner (Verse 7–12). Diese Sprache knüpft an Genesis 1 an, als Gott den Himmel und die Erde schuf (Genesis 1,1). Damit ruft der Psalmist den gesamten Kosmos und alle seine Bewohner dazu auf, ihren Schöpfer zu preisen.

Der Autor beginnt mit dem Himmel – die äußeren Zeilen beschreiben die Weiten des himmlischen Reiches, und der mittlere Abschnitt beschreibt die Bewohner des Himmels (siehe Genesis 1,6–9; Genesis 1,14–19). Alle Geschöpfe, die den Himmel bewohnen – alle Geistwesen (z. B. Boten/Engel, Elohim, Sonne, Mond, Sterne usw.) – sind aufgerufen, Jahwe zu preisen.

Der Psalmist macht dann zwischen jedem Abschnitt eine Pause, um den Grund zu nennen, warum jedes Reich seinen Schöpfer preisen soll. Zunächst wird uns gesagt, warum der Himmel Jahwe preisen soll. Die Schöpfung gehorcht Gottes festgelegten Gesetzen, die sich nicht ändern. Die Schöpfung folgt den Befehlen ihres Schöpfers. Alle Geschöpfe Gottes im Himmel sollten sich dem Chor anschließen, denn Gott hat sie alle durch seinen Befehl erschaffen und erhält sie.

Der Psalmist wendet sich dann der Erde zu – alles unter dem Himmel ist aufgerufen, Jahwe zu preisen. Angefangen bei den Seeungeheuern der Tiefe bis hin zu Bäumen und Tieren, Königen und Kindern sind alle Bewohner des Landes aufgerufen, ihren Schöpfer anzubeten.

Dann nennt der Psalmist den Grund, warum die Erde preisen soll. Insbesondere sehen wir, dass Gottes Volk (Israel) Gott preisen soll, weil er für sie „ein Horn“ erhöht hat.

Also worum geht es bei diesem Horn?

Das Horn aus Psalm 148

Schauen wir uns zunächst einen anderen Psalm an. In Psalm 92,11 schreibt der Psalmist:

Doch du hast mein Horn erhoben wie das eines Wildstiers, du hast mich mit frischem Öl übergossen.

Diese Metapher vom „erhobenem Horn“ stammt vom Bild eines Stiers, der nach einem gewonnenen Kampf seine Hörner emporhebt. Das erhobene Horn ist ein gängiges biblisches Symbol für den Sieg, insbesondere für die Befreiung aus der Unterdrückung.

Wenn diese Metapher Sieg bedeutet (Psalm 89,24; Psalm 112,9; Sacharja 2,4) und wenn Gott das „Horn“ von jemandem „erhöht“, bringt er den Unterdrückten den Sieg.

In 1. Samuel 2 lesen wir von Hanna, wie sie sich nach der Geburt ihres Sohnes Samuel in einem Lied freut. Nach Jahren der Unfruchtbarkeit freut sich Hanna, weil „im Herrn [ihr] Horn hoch erhoben ist“ (1. Samuel 2,1). Ein zentrales Thema in Hannas Lied ist Gottes gerechtes Urteil. Sie freut sich, dass er die Stolzen erniedrigt und die Demütigen erhöht (Verse 7-9). Und sie beendet ihr Lied, indem sie Gott bittet, die ganze Schöpfung zu richten, und die Herrschaft von Gottes Reich auf Erden herbeiruft (Vers 10) – um das „Horn“ seines Gesalbten, des Messias, zu erheben.

Bedenke: Das Buch der Psalmen erzählt die Geschichte der hebräischen Bibel. Es ist die Geschichte von Gottes Verheißung, einen König zu erheben, der Israel den Sieg bringen und die Welt retten wird. Und wenn wir bis hierher aufmerksam gelesen haben, besteht kaum ein Zweifel daran, dass sich der Psalmist in Psalm 148 auf diesen verheißenen König bezieht (siehe Psalm 110,7).

Gott wird dieses Horn für sein Volk erheben – das Horn, von dem der Psalmist schreibt und Hanna singt.

Jesus, das verheißene Horn

Viele Jahre später lesen wir zwei weitere Lobgesänge in der Bibel. Der erste ist Marias Lied.

Genau wie Hanna freut sich Maria über das Kind in ihrem Leib und staunt über Gottes Macht und seine Barmherzigkeit. Sie preist ihn als gerechten Richter, der die Stolzen erniedrigt und die Demütigen erhöht (Lukas 1,52). Maria beendet ihr Lied mit der Verkündigung, dass Gott sich an seinen Bund mit Abraham erinnert hat. Er hat sich an sein Versprechen eines Messias erinnert (Lukas 1,54–55).

Das zweite Lied stammt von Zacharias, der gerade seinen Sohn Johannes im Arm gehalten hat. Erfüllt vom Heiligen Geist singt Zacharias:

Gepriesen sei der Herr, der Gott Israels! Denn er hat sich seines Volkes angenommen und ihm Erlösung verschafft
und uns aufgerichtet ein Horn des Heils im Hause Davids, seines Knechtes,
wie er es versprochen hat durch den Mund seiner heiligen Propheten von Ewigkeit her, (Lukas 1,68–70)

Zacharias’ Lied für seinen Sohn wird den Weg für das lang ersehnte „Horn des Heils“ ebnen.

Jesus ist gekommen

Und die Nachfolger Jesu stimmen heute in das Lied ein. Mit der ganzen Schöpfung – dem Himmel, der Erde und allem dazwischen – loben wir Gott, denn er hat für uns ein Horn des Heils erhoben.

Jesus ist gekommen! Und wir schauen voller Vorfreude auf jenen zukünftigen Tag, an dem die ganze Schöpfung, im Himmel und auf der Erde, Gott im neuen Himmel und auf der neuen Erde preisen wird (Offenbarung 21,1-5).

Hallelu-Ja!

Im Original von BibleProject Scholar Team
Übersetzung von visiomedia Team

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